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Aufbau einer Wetterstation nach DWD

Publiziert am: 16.06.2014 in Allgemeine Infos, Wetterlexikon

Die Anforderungen des DWD an Standort und Aufstellung einer Wetterstation sind im privaten Bereich nur sehr schwer zu erfüllen.
Dennoch hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Anforderung an den Standort:
1.) Die Station soll nicht auf Kuppen, an Hängen, in Senken oder in unmittelbarer Nähe von Steilhängen liegen
2.) Die Umgebung muss frei von Hindernissen sein, die die Messungen behindern (lockere, flache Bebauung bzw. Bewuchs in der Nähe ist als Windschutz für die Niederschlagsmessung allerdings erwünscht)
3.) Der Höhenunterschied soll im Umkreis von 200 m nicht größer als 30 m sein
4.) Die Station soll nicht in der Nähe von Feuchte-, Wärme-, Staub und elektromagnetischen Quellen liegen (z.B. Treibhäuser etc.)
5.) Möglichst geringe Versiegelung des Erdbodens in der unmittelbaren Umgebung

Anforderung an das Messfeld:
1.) Das Freigelände, in dem die meisten Geräte aufgestellt werden, trägt die Bezeichnung „Messfeld“. Es hat die Idealmaße von 25m mal 25 m, wobei die Fläche für die Aufstellung der Geräte selbst 15 m mal 15 m beträgt
2.) Die Fläche des Messfeldes soll eben und mit Rasen bewachsen sein. Der Weg zur Hütte und zu anderen Messgeräten darf höchstens mit Gehwegplatten belegt werden
3.) Der Erdboden soll in seiner natürlichen, gewachsenen Zusammensetzung erhalten bleiben
4.) Es muss mit Ausnahme der Messplätze für die Erdbodentemperaturen und den Erdbodenzustand mit kurz gehaltenem Rasen bedeckt sein
5.) Eine gute Durchlüftung des Messfeldes bei gleichzeitigem Schutz vor starkem Wind (wegen der Niederschlagsmessung) muss gewährleistet sein
6.) Das Messfeld soll überwiegend von der Sonne beschienen werden
7.) Massive Hindernisse (z.B. Gebäude, Mauern) sollen mindestens 10 m vom Messfeld (15 m mal 15 m) entfernt sein

Anbringung der einzelnen Messgeräte:
Für die Aufstellung der Thermometerhütte gilt:
1.) Standort inmitten der Rasenfläche
2.) Frei von Erschütterungsquellen
3.) Türöffnung in Richtung Nord
4.) Hüttenkasten so hoch, dass sich die Messfühler in exakt 2 m Höhe befinden
5.) Büsche und Bäume dürfen durch ihr Wachstum nicht die Messgeräte beeinträchtigen

Das Erdbodenmessfeld:
1.) Es wird in einer Entfernung von kleiner gleich 2,5m südlich der Thermometerhütte angelegt. Bei Platzmangel darf es auch östlich oder westlich angelegt werden.
2.) Bei konventioneller Messung hat es eine Größe von 2 mal 3,8 m und bei automatischer Messung von 2 mal 2,5 m. Es soll aus natürlich gewachsenem (nicht aufgeschüttetem) Boden bestehen
3.) Die Fläche ist von Bewuchs freizuhalten; abgelagerte Niederschläge dürfen nicht beseitigt werden.
4.) Die Erdbodenthermometer werden von Ost nach West fortschreitend so in den Boden eingebracht, dass sich die Messfühler in Tiefen von 5, 10, 20, 50 und 100 cm befinden. Der Abstand zwischen den Thermometern in 5cm und 10 cm sollte 10 cm, zwischen den Thermometern in 20 cm, 50 cm und 100 cm sollte 50 cm sein, zum Flächenrand sollte 1 m eingehalten werden nach Süden.
5.) Für das Minimumthermometer am Erdboden dient als Geräteträger ein Metallstab, auf dem die Halterung für das Thermometer stufenlos verschoben werden kann. Der Stab hat eine Länge von 50 cm, an Stationen >500 m ü. NN wegen der zu erwartenden größeren Schneehöhen eine Länge von 1 m. Er wird senkrecht in das Erdbodenmessfeld gesteckt und die Halterung so eingestellt, dass das Thermometer sich waagerecht 5 cm über dem unbewachsenen Boden bzw. der Schneedecke befindet. Der Abstand zu den Erdbodenthermometern soll 50 cm betragen.

Niederschlagsmessgerät:
Das Niederschlagsmessgerät soll in einem Abstand zu Hindernissen oder anderen Sensoren aufgestellt werden, der mindestens der 2-fachen, im Idealfall der 4-fachen Hindernis-/Sensorhöhe entspricht.
Zu Hindernissen oder Sensoren, die niedriger sind als die Auffanghöhe, soll die Entfernung des Niederschlagsmessers mindestens 2 m betragen. Die Aufstellung erfolgt auf einer ebenen, mit Gras bewachsenem Fläche, ggf. auf einer Kiesfläche, aber nicht auf Dächern oder Terrassen.
Schneeverwehungen dürfen das Messgerät auf keinen Fall erreichen.
Der Niederschlagsmesser wird an einem senkrechten Pfahl befestigt. Der am Pfahl befestigte Sensor soll nach Norden zeigen.
Im Normalfall ragt der Pfahl 90 cm aus dem Boden, die Auffangfläche befindet sich in exakt 1m Höhe.
Bei einer Stationshöhe von >500 m ü. NN beträgt die Höhe der Auffangfläche 1,5 m, bei einer Stationshöhe von >800 m ü. NN 2m über Grund.

Sensor für Windgeschwindigkeit und Windrichtung
Der Sensor wird auf einem freistehenden senkrechten Mast in 10m oder 12 m Höhe über Grund montiert. Kippmaste sind auch erlaubt.
Hindernisse sollen mindestens 10 mal so weit entfernt sein, wie sie den Windsensor überragen.

Quelle:
http://www.dwd.de/

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