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Der Knecht hatte auch beim Essen das Oberrecht, den ersten Griff bei der Mahlzeit. Das musste auch eine Magd zu ihrem Leidwesen erfahren. Sie bekam jedes mal den untersten Pfannkuchen, weil sie immer etwas später kam.
Eines Tages sagte sie ganz außer sich: „Ich krej noch de Dot errwe de engeschte Pfannkuche.“ 1) Gelassen, mit den zwei Backen kauend, knurrte der Knecht: „Do drewwer satte de Dot net kreie; ich hon die ahner geschnappt, kann ich dä öch noch gässe,“ 2) und nahm auch den letzten fort.
Noch schlimmer erging’s dem Kleinknecht. Die Frau hatte Reisbrei gekocht und das Fett mitten darauf gegossen. Der Junge, der ein Leckermaul war, zog mit dem Löffel einen Strich quer über den Brei, damit das Fett auf sein Ende laufen sollte (bekanntlich aßen die Schwälmer früher aus einem Napf) und meint dabei pfiffig:  „So zih die Gewerrer!“3)
Darauf packte der Knecht den Napf in beide Hände, schlug ihn ihm auf den schlauen Kopf und sagte ingrimmig: „On so schleet’s en!“4)

1)  Ich kriege noch den Tod über den untersten Pfannkuchen.
2) Darüber sollst du den Tod nicht kriegen; ich habe die anderen geschnappt, kann ich den auch noch Essen.
3) So ziehen die Gewitter!
4) Und so schlägt’s ein.

 

 

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