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War da in der Franzosenzeit in Riebelsdorf eines Tages Einquartierung angesagt. Die Wellnbäuerin kannte die Gelüste der französischen Soldaten von früheren Fällen her nur zu gut und versteckte ihre sämtlichen Hühner in ein großes hölzernes Faß, auf das sie den Deckel lose legte.
Aber der unverständige Hahn, der konnte das Krähen nicht lassen. Fragte der  französische Unteroffizier: „Mutter, wast astde im Faß?“.
Die Bäuerin machte ein gruseliges Gesicht und entgegnete wichtig: „Kopperol, de Deiwel es em Faß,“1) — „Was ist sich Deiwel?“ war die weitere Frage. „Doß eß so in ganz ganz schwarzer Gälle met zwee Hänner — soo laang.“2) dabei spreizte die Bäuerin die Hände und brummte fürchterlich: „Hu, hu!“ — „Schwarzer Gälle?“ echote der Franzmann. Die Wirkung war die gewünschte, er empfand solches Gruseln vor dem Faß, daß er von da an vorsichtig drei Schritte das gefürchtete umging.

1)  Korporal, der Teufel ist im Faß.
2) Das ist so ein ganz schwarzer Kerle mit zwei Hörnern — so lang.

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