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Der Schmonzeljost trank wie ein Besenbinder, morgens ein Literchen, mittags ein Literchen und abends ein Literchen. Zuletzt ging die Liß, seine Frau, zum Pfarrer, er möchte doch mal ihren Saufaus vornehmen.
Das besorgte er dann gründlich und schärfte Jost ganz besonders ein, wenn er das Trinken denn gar nicht lasen könnte, dann möge er den Schnaps doch wie ein Christenmensch mit Maßen trinken.
Jost stutzte zunächst über dieses Wort. Als er aber das ernsthafte Gesicht des Pfarrers sah, ging er vergnügt nach Hause und pfiff und sang sich eins. Das kam Liß ein bisschen sonderbar vor.
„Na, bos sät de Pänner?“1) forschte sie Jost aus, als der in einem guten Zeichen war.
„Inse Pänner“, lobt Jost, „dos eß in vernenftiger Mann, kin so’n Seeldreher bie die ahner. Hä sät, ich sill de Branntewing net mih met Litter, ich sillen bloß noch met Moße trenke.“2)

1) Na, was sagte unser Pfarrer?
2) Unser Pfarrer, das ist ein vernünftiger Mann, kein so Seildreher wie die anderen. Er sagte ich soll den Branntwein nicht mehr mit Liter, ich sollt ihn bloß mit Maßen trinken.

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